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"life in spasms"
Martin Müller

10.-19.4.2009
Bilder | Text

In den großformatigen Arbeiten und Portraits beschäftigt sich Herr Müller mit Momenten der Eruption, Verpuffung und Entladung. Den Hintergrund dazu bilden unter anderem Werbekampangen von Banken oder Stellenanzeigen, die als drastische Grenzüberschreitungen körperlicher und sexueller Art überzeichnet werden. Durch die Unruhe ihrer faltigen Oberflächen, die sich aus zerknittertem Papier, zerschlissenen Folien und Klebebandfetzen zusammensetzen, verstärkt sich die nervöse Spannung der Motive und verleiht den dargestellten Figuren – anonyme Angestellte oder Persönlichkeiten wie Annie Sprinkle – eine Plastizität, die ikonographische Bezüge eröffnet. Mit seinem ausgefallenen, kantigem Stil gestaltet Herr Müller Beiträge in Magazinen wie Neon, Style 100 oder Feld hommes sowie Plattencover, Poster und selbstproduzierte Fanzines.

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Life in Spasms
"Schicksal oder Vaseline?"
Awst & Walther, Lucy Beech & Edward Thomasson, Julia Prezewowsky, Alexandra Schumacher, Julia Staszak, Kym Ward

21.3.-5.4.2009
Text

In den großformatigen Arbeiten und Portraits beschäftigt sich Herr Müller mit Momenten der Eruption, Verpuffung und Entladung. Den Hintergrund dazu bilden unter anderem Werbekampangen von Banken oder Stellenanzeigen, die als drastische Grenzüberschreitungen körperlicher und sexueller Art überzeichnet werden. Durch die Unruhe ihrer faltigen Oberflächen, die sich aus zerknittertem Papier, zerschlissenen Folien und Klebebandfetzen zusammensetzen, verstärkt sich die nervöse Spannung der Motive und verleiht den dargestellten Figuren – anonyme Angestellte oder Persönlichkeiten wie Annie Sprinkle – eine Plastizität, die ikonographische Bezüge eröffnet. Mit seinem ausgefallenen, kantigem Stil gestaltet Herr Müller Beiträge in Magazinen wie Neon, Style 100 oder Feld hommes sowie Plattencover, Poster und selbstproduzierte Fanzines.

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BREST
mit Cécile Dupaquier, Antonio Panetta, Bruno Di Lecce, Markus Ruff

5.-14.12.2008
Bilder | Text

Dort wissen sie sich fest verankert, auch wenn sie in der Ferne auf dem großen Meer weilen.
Jean Genet, Querelle.

BREST, das ist hier wie zum ersten Mal gesagt. Als Eigenname bezieht es sich nicht länger auf den geografischen Ort, sondern wird zum Programm einer situativen Konstellation, die anderswohin trägt. Zwischen der wörtlichen Bedeutung und ihrer Übertragung als poetische Metapher öffnet sich ein Feld künstlerischer Nachbarschaften.

Cécile Dupaquier und Antonio Panetta entwickeln für die Ausstellung BREST eine Rauminstallation, die Fragmente einer Architektur mit bewegten Bildern eines Boxkampfes verbindet. In seiner fotografischen Studie unternimmt Bruno Di Lecce eine Vermessung des Zentrums von Urbi et Orbi: Besucher des römischen Petersplatzes werden als Knotenpunkte eines feingespannten Netzes bestimmt. Markus Ruffs Film „aus der Leere“ ist eine Beobachtung von zwischenmenschlichen Begegnungen und stellt diese im Verhältnis von Licht und Schatten in den Raum. Die Aufeinanderfolge von Portraits knüpft Beziehungen, in denen der Blick die Bewegung des Körpers ist. Im Vordergrund der Ausstellung BREST steht weniger das kuratorische Argument einer gemeinsamen Aussage, als vielmehr die Erkundung von Konvergenzen, Verzweigungen und stabilen Kreuzungen zwischen den gezeigten künstlerischen Positionen.

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"Art protects you"
Jochen Traar

4.-19.10.2008
Bilder | Text

Traar ist ein Mann der Intervention und der strategisch inszenierten Irritation. Sein Aktionsfeld ist der urbane Raum, innerhalb dessen alles auf festgesetzten Schienen hin- und herrollt und so jedem Stadtbewohner seine Rolle zugewiesen ist. Traars Interventionen zielen nämlich auf Prozesse der Bewusstwerdung, also darauf, das urbane Unbewusste ans Tageslicht zu holen, es wahrnehmbar zu machen und kontroversiell werden zu lassen.
(Peter Noever)

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Situationpotential
Situationspotential
Peter Kortmann, Gregor Hylla

3.-7.9.2008

Traar ist ein Mann der Intervention und der strategisch inszenierten Irritation. Sein Aktionsfeld ist der urbane Raum, innerhalb dessen alles auf festgesetzten Schienen hin- und herrollt und so jedem Stadtbewohner seine Rolle zugewiesen ist. Traars Interventionen zielen nämlich auf Prozesse der Bewusstwerdung, also darauf, das urbane Unbewusste ans Tageslicht zu holen, es wahrnehmbar zu machen und kontroversiell werden zu lassen.
(Peter Noever)

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L’arrière-salle de notre esprit
"L’arrière-salle de notre esprit"
Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol,
Alex Müller und Niels Trannois kuratiert von Niels Trannois
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16.-27.7.2008
Text

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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the 2nd glance
"the 2nd glance"
Axel Pfennigschmidt

4.-13.7.2008

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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Art protects you
"Austrian Airlines"
Lutz C. Pramann

31.5.-16.6.2008

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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Art protects you
"Afternoon"
Meike Kenn

31.5.-16.6.2008

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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Art protects you
"wenn & aber"
Diemtar Lutzie (DAG & Hannu Prinz)

17.-25.5.2008

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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Art protects you
"Criss Cross"
Mathias Hornung

27.3.-13.4.2008

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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L’arrière-salle de notre esprit
"Persisting Uncertainties"
Chooc Ly Tan, Julia Prezewowsky, Kymberley Ward, Eugenia Ivanissevich, Linda Franke

22.2.-15.3.2008
Text

‘Persisting Uncertainties’

Der showroom berlin freut sich mit der Gruppenausstellung ‘Persisting Uncertainties’ fünf junge Künstler aus London, Berlin und Island vorzustellen. Der Titel der Ausstellung, am besten zu übersetzen als ‘Beharrliche Unsicherheit” impliziert sowohl willommende Widersprüchlichkeit als auch spielerische Mehrdeutigkeit, die sich in unterschiedlichen Formen und Medien in den Arbeiten aller fünf Künstler wieder finden lassen.

Chooc Ly Tan’s Arbeiten sind von einer poetischen und träumerischen Qualität geprägt und berühren den Glauben der Künstlerin die Grenzen der Naturgewalten zu überschreiten. Die Künstlerin widersetzt sich der Schwerfrakft: Himmelsrichtungen und Parameter verlieren ihren Sinn und Fallen wird zur genussvollen Erfahrung. Tan’s Werke laden ein natürliche Phänomene zu bewundern und sie gleichzeitig anzuzweifeln. Seit ihrem Umzug nach Island hat ihre Sprache abstraktere Formen angenommen und sie beschäftigt sich mit Fragen des Unbekannten.

Julia Prezewowsky’s Installationen, Performances, und Skulpturen, die meist fließend Ineinanderübergehen untersuchen die Rollen, die Objekte und Gestik in Ritualen heutzutage haben, und wie diese zur Produktion von Identitäten beisteuern. Prezewowsky’s opulente und filmisch inszenierten Arbeiten sind aus einem wilden Mix schwerer Symbolik, Popkultur, urbanen Mythen und theoretischen Referenzen konzipiert. Die Künstlerin bedient sich freizügig der Methoden die man üblicherweise aus Werbung, Film und der Sex Industrie kennt, um ihr Publikum auf eine Expedition in ihr verrucht absurdes, teils lächerliches Universum zu entführen.

Kymberley Ward’s Arbeiten (und meistens handelt es sich hier um tatsächliche Arbeit) beinhalten immer eine Form des Austausches und erwecken häufig ein trostloses Gefühl, ähnlich dem Anblick eines zerknaulten Geldscheins. Ward benutzt Performances um sich in die mundaenen Aufgaben des Alltags einzuschleichen und Skulpturen, die sich der unterschwelligen Autorität des öffentlichen Dienstes bedienen. Ihre Praxis basiert auf der Idee einer kontinuierlichen Anstrengung, eines konstanten Arbeitspensums, welches benötigt wird um zu existieren.

Eugenia Ivanissevich beschaeftigt sich mit dem Einfluss den Technologie auf die Beziehung zwischen Bild und Betrachter hat. Sie trauert der magischen Verwunderung hinterher die einst in den funkelnden Augen der ersten Kinobesucher zu sehen war. Die Künstlerin interpretiert und erfindet das Medium Fotografie neu, sei es durch schräge Bildausschnitte, Fragmentation oder Kompositionen. Mit Hilfe der Dekonstruktion von vertrauten Prozessen versucht sie das Staunen das dieses Medium einst ausgelöst hat wiederherzustellen.

Die Performancekünstlerin Linda Franke, arbeitet in ihrem Medium in einer ungewöhnlich sinnlich-erzählerischen Weise, die eine große Vertrautheit mit den Bildsprachen von surrealer Malerei und einer fantastisch-skurrilen Filmwelt nahelegt. Komplexe Raumsituationen mit Kostümen und Masken gehören zur Grundausstattung ihrer Performances, die meist nur einmal durchgeführt werden und in ihrer starken Dinglichkeit mit der Idee der Performance als einem ephemeren Erlebnis kontrastieren und diese ad absurdum führen Den Aspekt der Visualität, der sich in der betonten Präsenz von Materialien wie Silikon, Schaumstoff, Wachs, Stoffe, Holz, und Lebensmittel manifestiert, kombiniert Linda Franke mit Soundelementen aus ganz unterschiedlichen Berreichen, wie Oper oder Jazz.

Die Bewegungslosigkeit bzw. das Moment der hundertfachen Wiederholung einer extrem reduzierten Handlung lässt die Performance von Linda Franke zum Bild gefrieren und evoziert die Vorstellung eines „Tableau Vivants“, eines lebendigen Bildes.

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L’arrière-salle de notre esprit
"School of birds"
Willem Thomson

31.1.-9.2.2008
Text

Der Titel des Projekts 'school of birds' kann als eine Anspielung auf das experimentelle Tanztheater Robert Wilsons gesehen werden. Ende der 60er Jahre leitete dieser eine freie Schule, deren Mitglieder sich ohne wirkliche Anleitung oder Lehrprogramm damit beschäftigten, ihren eigenen Körper im Raum zu begreifen und diesem einen Ausdruck zu verleihen.

Auf ähnlich absurde Weise, wie es bereits der paradoxe Titel andeutet, nähert sich Willem Thomson an die Epoche der Romantik. Die tragenden Motive der klassischen Romantik, Gefühle, individuelles Erleben und die psychisch gequälte Seele, transportiert er in unsere Zeit.

In der Epoche der historischen Romantik trieben die Aufklärung mit ihrer Überbetonung des Rationalen und Technischen sowie die Kälte der industrialisierten Städte die feinsinnigen Kinder des Bildungsbürgertums in die Flucht vor einer Realität, in der die gegensätzlichen Pole Vernunft und Gefühl gespalten wurden. Darstellungen unberührter, idyllischer Orte erzählten von der Sehnsucht nach einer unverfälschten Welt. In nebelverhangenen Tälern, an rauschenden Bächen und im dunklen Wald hoffte man auf Heilung: die Zusammenführung der Gegensätze zu einem harmonischen Ganzen. Das 'ICH' wurde auf einen hohen Sockel gehoben, und das Göttliche in der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit gesucht.

Das Streben, Irdisches in Göttliches zu verwandeln, und das Dilemma der unerreichbaren Vollkommenheit wurden zum Prinzip erklärt, und die unstillbaren Sehnsüchte verliehen ihnen Schwermut und Traurigkeit - Melancholie.

Die Suche nach und Interpretation des 'ICH' findet sich heute in der gesellschaftlichen Anforderung, sich ständig neu zu erfinden. Das Bereitstellen entsprechender Modelle und Mythen ist das Geschäft der Werbeindustrie. Es entsteht eine Art Meta-Romantik, in der man auf besenreinen Fluren 'individuell' vorgefertigte Räume zur Definition des Selbst finden kann. Das Gefühl der Melancholie entspricht der Depression.

Die sechs von Willem Thomson gefertigten Arbeiten bearbeiten das Thema Romantik aus zeitgenössisch¬urbaner Perspektive, inspiriert von Mode, Clubkultur und theatralischer Inszenierung. Sie bestehen jeweils aus dem quadratischen Portrait eines Darstellers und seiner szenischen Totale im Großformat. Während dieser in der einen Variante durch geschlossene Augen ganz in sich selbst versunken scheint, richtet er in der anderen den Blick auf den Betrachter und fordert diesen somit auf, seine Anwesenheit in der offensichtlich arrangierten Szenerie zu erklären. Der junge Berliner Künstler Willem Thomson bewegt sich beruflich im Bereich Modefotografie, während seine künstlerische Passion in der inszenierten Fotografie liegt. Nach einer 2-jährigen schulischen Ausbildung im Bereich Mediendesign, studierte er von 2002 bis 2007 Audiovisuelle Medien an der TFH Berlin mit geplantem Abschluss 2008 als Diplom Kameramann unter Prof. Wutz. Nach einer Reihe kleinerer Ausstellungen im Bereich der klassischen Malerei präsentiert er mit dem Projekt 'School of birds' sein Debut in der Kunstfotografie.

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L’arrière-salle de notre esprit
FACES
Sophie Bueno-Boutellier, Hans-Jörg Mayer, Stefanie Popp, Niels Trannois, Klaus Winichner

28.6.-12.7.2007
Text

Point of view from a miror with a wired/wicked reflection, surviving from the attic of Aleister Crowley
Blacksoul, White woman, Black magic, isn't she supposed to be special?

- Yes indeed, she was a former cow girl before turning herself into a callgirl in a way she might be a hunter; but a peacefull one , her nature is to digg into ones soul to turn it up to the clouds.
She actualy does not come from our millenium.

Neither is this one, as she looks so fragile, her skin is as thin as paper, transparent and heavy at the same time, as she carried the weight of history, of her fellows, through time and space. Like the water she's a reflection but in a way the light comes from herself, she's catching it as if she was the reflection of an ancient image, not the miror image of it but only the restless sparkles that are left.
she's now one of those stars that shines darkly .
Black widow?

- No, white witch with black thought, in fact she's a night bird that has landed here without knowing exactly where she comes from.
What we see is her skill to react and reconstruct her own environment wherever she is.
She looks like coming from the 1930' s?

- In fact she is, but we forgot about that era, it was too strong for us, too deep and too complex for us, it lasts for a couple of years but she took all the time she needed to rebuild it. Not to readjust the balance but anyway.. HE looks peacefull doesn't he?

- He's been here for ages, that's why he is so still and quite. Restless soul scarcely worried about his own decay, threads throw instead of stones, words of wisdom. Like london's royal guards she looks after him without moving or re-acting. She candels as if she had just woken up from a deep sleep by some screams, or the sound of a flute. An alert which generates a fear that could only be overcome by a light, however lil' it is.

Candels, flute, rope or threads they all needs accessories, wherever it is to escape from an unknown fear neither to be attached to it, it depend on the circumstance. The fact is that they all need something to handle, just as if they were too fragile or too young to stand up there, without those props they feel naked, but the props themselves, outside of the stage are meaningless. Flute piper, bonded girls, or dandycayed man act their lives neither they live it, which means, at the end, that they all need an audience... they could be waiters for ever.

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Assan Smati
kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

23.2.-1.3.2007

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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"video palace"
Joep van Liefland kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

21.12.2006

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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"rückwärts"
Tim Ernst kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

8.-17.12.2006

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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"exploding white mice"
Anja Schwörer kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

23.11.-3.12.2006
Text

We sail,
through endless skies,
stars shine like eyes,
the black night sighs.
The moon,
in silver trees,
falls down in tears,
light of the night.
- Black Sabbath -

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Anja Schwörers grossformatige Leinwände öffnen einen dunklen Bildkosmos. Farbräume glimmen auf und setzen sich kaleidoskopartig explodierend zu immer neuen Formationen zusammen. Geometrische Formen fluchten in die Ferne und erzeugen, gepaart mit lodernder Batik, eine atmosphärische Tiefe. Mit verschiedenen Techniken wird das Bilduniversum in kontrollierte Bahnen gelenkt. Durch Bleichen und Staining, dem Tränken der ungrundierten Leinwandmit verdünnter Acrylfarbe, wie man es aus der Post-Painterly Abstraction der 60er Jahre kennt, wird die künstlerische Handschrift vermieden und der Eigendynamik der Farbe freien Lauf gelassen. Hardedge-Elemente bilden eine zweite Bildebene, die der Farborgie eine Fassung geben. Schwörer bewegt sich als feinsinnige Grenzgängerin im Spannungsfeld zwischen Op Art und Metal, zwischen Licht und Finsternis.

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"reels"
Herman Herrmann kuratiert von Nicole Bianchet,
Conni Brintzinger

9.-12.11.2006
Text

Dass der Musiker Herman Herrmann auch Kunst zum Anschauen macht, ist seit seiner Beteiligung an der Ausstellung "Die Vertreibung der Händler aus dem Tempel" im Flutgraben, 2001, ein offenes Geheimniss. Für die Ausstellung im showroom hat er mehr oder weniger bekannte Aussagen in Bilderreihen umgesetzt, die er mit der Überschrift "reels" vorstellt. Mit meist gefundenem Fotomaterial werden hier Grundsätze und Wahrheiten durchgemischt und auf einen seltsamen Punkt gebracht. Der Titel "reels" entlehnt sich aus der irischen Musiktradition des 18.ten Jahrhunderts, und diente auch als Kennzeichnung der Urform des Blues (Leadbelly). Die Zusammenstellung von mehreren Reels zu einem "Set" ist allgemein üblich. Durch die doppelte Sinngebung des Textes und der dazukommenden Bildebene ergeben sich erstaunliche Zusammenhänge, in denen sich Bild und Text zu einem Gelage aus Metabotschaften zusammenfinden.

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"DOKTOR BOCK"
Simon Gilges
kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

26.-30-10.2006
Text

Die Arbeiten, die Simone Gilges für die Ausstellung im showroom zusammenstellt, bekommen durch die jüngsten Ereignisse von denen die Presse aus Afghanistan berichtet eine merkwürdige Präsenz und lassen uns an Morphische Felder denken. Das Objekt aus Ziegenknochen zwischen dem Foto des Bocks und dem schwarzen Vorhang, der als Blackbox unsichtbare Anwesenheiten verdeckt, bekommt eine noch mehr Unheil verkündende Atmo.

Läuft man um den Vorhang herum, sieht man nur die Rückseite und befindet sich in einem abgezirkeltem Raum, einer Umkleidekabine nicht unähnlich, DEM DARKROOM VON DOKTOR BOCK.

Die Videoarbeit umgeben von Grablichtern im hinteren Raum zeigt das Hochsicherheitsgefängniss in Stammheim. Filmend mit einer kleinen Kamera, wird die Künstlerin selbst Objekt eines Tumults, den die Gefangenen auslösen, als sie sie aus ihren Zellen draussen herumlaufen sehen. Während des Filmens werden die Zurufe immer lauter, aus immer mehr Zellen wird immer obzöner, in gebrochenem deutsch oder einer fremden Sprache gerufen. Der akustische Tumult wird vollkommen absurd durch eine herannahende Bierkutsche, die mit Schellengeläute ihre Runde vollführt, und durch das ryhthmische Auftreffen der Pferdehufe auf dem Asphalt vor dem Gefängniss.

BOCK BIS DER ARZT KOMMT, EINE MISCHUNG AUS EINER FINSTEREN ZEREMONIE ZWISCHEN PSYCHIATER, TOD UND FREIHEIT UND DEM TOD DER TERRORISTEN.

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"Wir hätten das Land gern weit und rund und Sie..."
Pet Bartl-Zuba, Nicole Bianchet, Peter Böhnisch, Mari Brellochs,
Conni Brintzinger, Jessica Centner, Christine de la Garenne, Tim Ernst,
Frank Frede, Wolfgang Ganter, Prinz Gholam, Uwe Gumper,
Sebastian Hammwöhner, Uwe Henneken, Dani Jakob, Wolfgang Kaiser,
Eckhart Karnauke, Ingrid Klausner, Frank Maier, Markus Paetz, Anselm Reyle, Stefan Rinck, Karin Sander, Björn Saul, Gesine Schmauder, Kerstin Schulte,
Judith Schwinn, Anja Schwörer, Aurelia Sellin, Eva Seufert, Frank Steier, Katja Strunz, Caro Suerkemper, Keyfo Temur, Alex Tennigkeit, Rebecca Thomas, Wawa Tokarski,
Anke Völk, Gabriel Vormstein, Kerstin Wagener, Klaus Winichner,
Jens Wolf kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

3.-19.10.2006

Die Arbeiten, die Simone Gilges für die Ausstellung im showroom zusammenstellt, bekommen durch die jüngsten Ereignisse von denen die Presse aus Afghanistan berichtet eine merkwürdige Präsenz und lassen uns an Morphische Felder denken. Das Objekt aus Ziegenknochen zwischen dem Foto des Bocks und dem schwarzen Vorhang, der als Blackbox unsichtbare Anwesenheiten verdeckt, bekommt eine noch mehr Unheil verkündende Atmo.

Läuft man um den Vorhang herum, sieht man nur die Rückseite und befindet sich in einem abgezirkeltem Raum, einer Umkleidekabine nicht unähnlich, DEM DARKROOM VON DOKTOR BOCK.

Die Videoarbeit umgeben von Grablichtern im hinteren Raum zeigt das Hochsicherheitsgefängniss in Stammheim. Filmend mit einer kleinen Kamera, wird die Künstlerin selbst Objekt eines Tumults, den die Gefangenen auslösen, als sie sie aus ihren Zellen draussen herumlaufen sehen. Während des Filmens werden die Zurufe immer lauter, aus immer mehr Zellen wird immer obzöner, in gebrochenem deutsch oder einer fremden Sprache gerufen. Der akustische Tumult wird vollkommen absurd durch eine herannahende Bierkutsche, die mit Schellengeläute ihre Runde vollführt, und durch das ryhthmische Auftreffen der Pferdehufe auf dem Asphalt vor dem Gefängniss.

BOCK BIS DER ARZT KOMMT, EINE MISCHUNG AUS EINER FINSTEREN ZEREMONIE ZWISCHEN PSYCHIATER, TOD UND FREIHEIT UND DEM TOD DER TERRORISTEN.

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"frazza d´oro"
Gabriel Vormstein
kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

21.-30.9.2006
Text

Wider dem white cube
Die Materialien, die Gabriel Vormstein für seine Arbeiten verwendet sind einfach. Zeitungen, Tape, Bierdeckel, Coladosen , Äste und allerlei Gefundenes mit Reliktcharakter.

Diese Materialen werden in Vormsteins Arbeit aus ihrer Alltäglichkeit herausgelöst und erfahren eine poetisch- melancholische Neuordung. So werden Zeitungsblätter zum tapetenartigen Grundriss seiner Wandinstallationen oder zum Bildträger seiner Gouache und Aquarell Zeichnungen, in denen minimalistisch-geometrische Formen mit Klimt- und Schielezitaten kontrastieren. Mit Klebeband akzentuierte Äste werden zum raumgreifenden Relief und bilden zugleich eine Art Rahmung. Die Ausstellungsfläche wird zum Aktionsraum und somit Teil der Arbeit. Wenn Gabriel Vormstein seine Installationen komponiert ist er nicht auf der Suche nach dem perfekten white cube. Er erspürt vielmehr die Eigenheiten und Besonderheiten des Raumes und geht auf diese ein. Im Falle des showrooms greift er subtil in dessen Architektur ein und ergänzt mit Papier eine Kapitellsäule. Realität wird ver-rückt und verliert ihren realen Charakter. Leuchtende Zeichnungen und Klebeband-ornamente unterstreichen das südliche Flair des Raumes, der ihn mit seinem Kachelofen an eine römische Villa im Winter denken ließ.

Das Vergängliche der Materialien, die Vormstein einsetzt, steht im Gegensatz zum Immortalen der künstlerischen Idee seiner Arbeiten. Das Material entspricht der Entropie - den Zyklen von Mensch, Natur und Zeit. Im Konglomerat verschiedener Stile werden Symbole, kulturelle und kunsthistorische Zitate und Persönliches zu Teilen einer imaginären Welt, in der menschliche Spuren und natürliche Elemente die Eckpfeiler bilden. Gabriel Vormstein stellte dieses Frühjahr mit Dani Jakob und Sebastian Hammwöhner bei der 4ten Berlin Biennale "Von Mäusen und Menschen" aus, kuratiert von Maurizio Cattelan, Massimiliano Gioni, and Ali Subotnick. Zeitgleich ist jetzt gerade eine Ausstellung in New York bei Casey Kaplan zusehen.

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"Land in Sicht"
Gregor Hylla / Honey-Suckle Company
kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

8.-10.9.2006

Wider dem white cube
Die Materialien, die Gabriel Vormstein für seine Arbeiten verwendet sind einfach. Zeitungen, Tape, Bierdeckel, Coladosen , Äste und allerlei Gefundenes mit Reliktcharakter.

Diese Materialen werden in Vormsteins Arbeit aus ihrer Alltäglichkeit herausgelöst und erfahren eine poetisch- melancholische Neuordung. So werden Zeitungsblätter zum tapetenartigen Grundriss seiner Wandinstallationen oder zum Bildträger seiner Gouache und Aquarell Zeichnungen, in denen minimalistisch-geometrische Formen mit Klimt- und Schielezitaten kontrastieren. Mit Klebeband akzentuierte Äste werden zum raumgreifenden Relief und bilden zugleich eine Art Rahmung. Die Ausstellungsfläche wird zum Aktionsraum und somit Teil der Arbeit. Wenn Gabriel Vormstein seine Installationen komponiert ist er nicht auf der Suche nach dem perfekten white cube. Er erspürt vielmehr die Eigenheiten und Besonderheiten des Raumes und geht auf diese ein. Im Falle des showrooms greift er subtil in dessen Architektur ein und ergänzt mit Papier eine Kapitellsäule. Realität wird ver-rückt und verliert ihren realen Charakter. Leuchtende Zeichnungen und Klebeband-ornamente unterstreichen das südliche Flair des Raumes, der ihn mit seinem Kachelofen an eine römische Villa im Winter denken ließ.

Das Vergängliche der Materialien, die Vormstein einsetzt, steht im Gegensatz zum Immortalen der künstlerischen Idee seiner Arbeiten. Das Material entspricht der Entropie - den Zyklen von Mensch, Natur und Zeit. Im Konglomerat verschiedener Stile werden Symbole, kulturelle und kunsthistorische Zitate und Persönliches zu Teilen einer imaginären Welt, in der menschliche Spuren und natürliche Elemente die Eckpfeiler bilden. Gabriel Vormstein stellte dieses Frühjahr mit Dani Jakob und Sebastian Hammwöhner bei der 4ten Berlin Biennale "Von Mäusen und Menschen" aus, kuratiert von Maurizio Cattelan, Massimiliano Gioni, and Ali Subotnick. Zeitgleich ist jetzt gerade eine Ausstellung in New York bei Casey Kaplan zusehen.

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"auf einem baum ein ku-ukuk sass"
Simon Rühle
kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

1.6.2006

Wider dem white cube
Die Materialien, die Gabriel Vormstein für seine Arbeiten verwendet sind einfach. Zeitungen, Tape, Bierdeckel, Coladosen , Äste und allerlei Gefundenes mit Reliktcharakter.

Diese Materialen werden in Vormsteins Arbeit aus ihrer Alltäglichkeit herausgelöst und erfahren eine poetisch- melancholische Neuordung. So werden Zeitungsblätter zum tapetenartigen Grundriss seiner Wandinstallationen oder zum Bildträger seiner Gouache und Aquarell Zeichnungen, in denen minimalistisch-geometrische Formen mit Klimt- und Schielezitaten kontrastieren. Mit Klebeband akzentuierte Äste werden zum raumgreifenden Relief und bilden zugleich eine Art Rahmung. Die Ausstellungsfläche wird zum Aktionsraum und somit Teil der Arbeit. Wenn Gabriel Vormstein seine Installationen komponiert ist er nicht auf der Suche nach dem perfekten white cube. Er erspürt vielmehr die Eigenheiten und Besonderheiten des Raumes und geht auf diese ein. Im Falle des showrooms greift er subtil in dessen Architektur ein und ergänzt mit Papier eine Kapitellsäule. Realität wird ver-rückt und verliert ihren realen Charakter. Leuchtende Zeichnungen und Klebeband-ornamente unterstreichen das südliche Flair des Raumes, der ihn mit seinem Kachelofen an eine römische Villa im Winter denken ließ.

Das Vergängliche der Materialien, die Vormstein einsetzt, steht im Gegensatz zum Immortalen der künstlerischen Idee seiner Arbeiten. Das Material entspricht der Entropie - den Zyklen von Mensch, Natur und Zeit. Im Konglomerat verschiedener Stile werden Symbole, kulturelle und kunsthistorische Zitate und Persönliches zu Teilen einer imaginären Welt, in der menschliche Spuren und natürliche Elemente die Eckpfeiler bilden. Gabriel Vormstein stellte dieses Frühjahr mit Dani Jakob und Sebastian Hammwöhner bei der 4ten Berlin Biennale "Von Mäusen und Menschen" aus, kuratiert von Maurizio Cattelan, Massimiliano Gioni, and Ali Subotnick. Zeitgleich ist jetzt gerade eine Ausstellung in New York bei Casey Kaplan zusehen.

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"Pseudomorphose"
Alexander Rischer
kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

25.-28.5.2006
Text

Reise ins Verstummte
Mit dem Blick und der Ausrüstung eines klassischen Fotografen begibt sich Alexander Rischer auf die Suche nach Fragmenten einer verlorenen Zeit. So dokumentiert er mittelalterliche Kultstätten und Absurditäten, deren formale Präsenz die inhaltliche Bedeutung längst abgelöst hat. Thematisch gebunden zieht er im weiten Radius durch die Lande - von Böhmen über Frankreich nach Irland, oder von Dänemark über Deutschland nach Italien - im Gepäck die Fundstücke intensiver Recherche.

Alexander Rischer weiss Ungeheuerliches zu berichten - vom Nadelöhr, einem kleinen steinernen Tor, durch das man hindurchkriechen muss, um sich von allen Sünden und Krankheiten zu befreien oder vom Äbtissinnensattel (s. Foto), auf dem die frisch gewählte Äbtissin einen ganzen Tag lang ausharren musste.

Für Neugierige steht der Künstler während der Ausstellung mit detailliertem Wissen zur Verfügung. Höret und staunet....über Taubenhäuser, Ladyfinger, Irrhaine, Seelenlöcher und Jammerkreuze.

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"Ich liebe dich"
Peter Böhnisch
kuratiert von Nicole Bianchet, Conni Brintzinger

18.-21.5.2006
Text

"Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut,
ein verschlossener Garten, ein versiegelter Quell "
(Hohes Lied, 4,12)

Der Hortus Conclusus des Peter Böhnisch
Diese Ausstellung ist nicht eigentlich schön zu nennen. Vielmehr sind hier innere und äussere Zustände von Gläubigkeit, Zweifeln, Vertrauen, Ängsten, Schönheit und Abwegigem in einer Art und Weise umgesetzt in der sich Leichtigkeit und Schwere die Hand reichen.

Die Arbeiten von Peter Böhnisch verlangen nichts, sie erzeugen eine eigenwillige zarte Stimmung, die den Betrachter höflich einlädt, sich dem Hortus Conclusus zu nähern. Und so lässt man sich ein, einen blumigen Weg entlang zu schnuppern oder einen Kuss mitzuküssen, um dann festzustellen, dass einem der letztendliche Zutritt zum Garten verwehrt wird. Man bleibt Zeuge, wie sich die Figuren in den Bildern mit ihrer Umgebung verweben und erlangt unerwartete Einblicke in ihr Innenleben. Mit wenigen malerischen Strichen verleiht Peter Böhnisch seinen Figuren ein Rembrandtsches Leuchten. Verblasste erdige Pigmentfarben (wie von Steinen gekratzt) verbreiten trübes Licht - knallige Leuchtstifte nehmen altmeisterliches Sfumato auf die Schippe.

Auch Formal spiegelt sich pflanzlich Wachsendes im Umgang mit Papier und Farbe. Die Arbeiten werden ungeschützt an die Wand gehängt, wie von Bäumen gefallen, aufgelesen und gesammelt- das Papier stammt manchmal aus Zeitschriften und Abfallpapier, zerbrechlich haftet die Farbe an der Oberfläche, wie sprödes Herbstlaub. Peter Böhnischs Bilder scheinen von sich aus gewachsen zu sein, trotzdem spürt man die sanft ordnende Hand eines Gärtners.

Peter Böhnisch war vor und während seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe als Landschaftsgärtner tätig . Er lebt und arbeitet seit einem halben Jahr in Berlin, wir freuen uns sehr seine Arbeiten im showroom berlin mit euch zu teilen.

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"gold"
Meike Schmitz

27.1..-14.12.2003

"Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut,
ein verschlossener Garten, ein versiegelter Quell "
(Hohes Lied, 4,12)

Der Hortus Conclusus des Peter Böhnisch
Diese Ausstellung ist nicht eigentlich schön zu nennen. Vielmehr sind hier innere und äussere Zustände von Gläubigkeit, Zweifeln, Vertrauen, Ängsten, Schönheit und Abwegigem in einer Art und Weise umgesetzt in der sich Leichtigkeit und Schwere die Hand reichen.

Die Arbeiten von Peter Böhnisch verlangen nichts, sie erzeugen eine eigenwillige zarte Stimmung, die den Betrachter höflich einlädt, sich dem Hortus Conclusus zu nähern. Und so lässt man sich ein, einen blumigen Weg entlang zu schnuppern oder einen Kuss mitzuküssen, um dann festzustellen, dass einem der letztendliche Zutritt zum Garten verwehrt wird. Man bleibt Zeuge, wie sich die Figuren in den Bildern mit ihrer Umgebung verweben und erlangt unerwartete Einblicke in ihr Innenleben. Mit wenigen malerischen Strichen verleiht Peter Böhnisch seinen Figuren ein Rembrandtsches Leuchten. Verblasste erdige Pigmentfarben (wie von Steinen gekratzt) verbreiten trübes Licht - knallige Leuchtstifte nehmen altmeisterliches Sfumato auf die Schippe.

Auch Formal spiegelt sich pflanzlich Wachsendes im Umgang mit Papier und Farbe. Die Arbeiten werden ungeschützt an die Wand gehängt, wie von Bäumen gefallen, aufgelesen und gesammelt- das Papier stammt manchmal aus Zeitschriften und Abfallpapier, zerbrechlich haftet die Farbe an der Oberfläche, wie sprödes Herbstlaub. Peter Böhnischs Bilder scheinen von sich aus gewachsen zu sein, trotzdem spürt man die sanft ordnende Hand eines Gärtners.

Peter Böhnisch war vor und während seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe als Landschaftsgärtner tätig . Er lebt und arbeitet seit einem halben Jahr in Berlin, wir freuen uns sehr seine Arbeiten im showroom berlin mit euch zu teilen.

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Art protects you
"what I mean"
DAG

31.10-16.11.2003

L’arrière-salle de notre esprit (Das Hinterzimmer unseres Geistes) ist ein Aphorismus, den Mallarmé verwendete, um die dekadente Atmosphäre im Umfeld einiger Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts zu würdigen. L’arrière-salle de notre esprit gibt diesem Aphorismus eine Form.

Eine Gemeinsamkeit der eingeladenen Künstler ist, dass sie das große Erbe der Kunstgeschichte, vor allem der Malerei, integriert und verarbeitet haben. Anstatt sie allerdings in einer zynisch-postmodernistischen Attitüde verharren zu lassen, erlaubt es ihnen vielmehr, einen Zustand von Verzauberung zu erreichen, wie berauscht auf den Schultern eines Riesen.

Das symbolistisch Aufgeladene einiger Arbeiten, der vorsichtige Flirt mit der Abstraktion, die Verwendung unbearbeiteter Materialien, sind wie Antworten auf die Praktiken ihrer Vorgänger, den Dekadenten einer anderen Epoche, die den Wunsch hatten, sich von den Codes ihrer Zeit zu befreien. Auch sie hatten schon aus den historischen Mythen und dem Kunstgewerbe die Matrix ihrer Zeitgenossenschaft gewonnen und dabei zugleich deren Vokabular erneuert.

Shannon Bool, Lutz Braun, Ryan McLaughlin, Xavier Mazzarol, Alex Müller und Niels Trannois entwickeln ihre künstlerische Praxis im „Hinterzimmer ihres Geistes“, welches in ihren jeweiligen Ateliers eine konkrete Form annimmt, aber sonst vielleicht auch nie sichtbar wird. So wäre das Atelier die Oberfläche der Materialisierung des Denkens. Genau wie dieses wäre es aus Fragmenten, nur von ihren Autoren verstandenen gedanklichen Formeln, Ventilen,Transferobjekten und Trugbildern zusammengesetzt. Wenn man das Atelier in ein psychoanalytisches Vokabular überträgt, wäre es für jeden Außenstehenden der Inbegriff des Unheimlichen in seiner erschreckendsten Form.

L’arrière-salle de notre esprit ist ein Raum im showroom Berlin, der diesen gedanklichen Hintergrund, zu dem die gewöhnlichen Ausstellungsbesucher normalerweise keinen Zugang haben, benennt und darstellt. Die Absicht besteht darin, mithilfe von Gegenständen die ihm unmittelbar entstammen, das beunruhigend Fremdartige in einen öffentlichen Raum übergreifen zu lassen. Ausstellungen entwickeln sich in Räumen, hier wird man zwei davon sehen: der erste erwächst aus dem zweiten und macht seine sonst versteckten Grundlagen sichtbar. Theoretisch kann der eine nicht ohne den anderen existieren.

L’arrière-salle de notre esprit hat nicht nur einen Autor, sondern beruht auf der Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler. Sie ist ihrem Wesen nach „unförmig“, genauso wie ihre Gedanken weitläufig und grenzenlos sein können.

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Art protects you
"The majesty of ZEIX rocks"
Jerôme Chazeix

3.-19.10.2003
Text

In seiner Arbeit verfolgt Jérôme Chazeix das Ziel, Installationen, Environements zu entwickeln, in denen er Wandmalerei, Malerei, Objekte, Fotos, Druckgrafik, Zeichnung und Videos zu einem komplexen Szenario kombiniert.

Einer visuellen Verschmelzung gleich, erstreckt sich die Inszenierung über den gesamten Raum und lädt ein, in ihre Welt einzutreten. Diese Welt nennt er von seinem Nachnamen abegeleitet und im Stil eines provokativen Werbeslogans das « Zeix Land ». Der jeweilige Titel der Ausstellung bestimmt die spezielle Auswahl und Kombination der Arbeiten (frühere Installationen hiessen ‘Reportage in Zeix Land’, ‘The majesty of the Zeix rocks’, ‘Solaris’, ‘Exquisits and delights’, …).

Ihm geht es darum, ein nur seinem Schein nach wunderbares und farbenfrohes Universum herzustellen, das im Keim bereits Spuren von Intoxikation in sich trägt.

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Art protects you
"NONFICTION"
Cornelia Brintzinger

5.-21.9.2003
Text

Cornelia Brintzinger kombiniert Fotografie und Collagetechnik mit Arbeiten aus Holz. Geschnitzt oder als Rahmung stellt Holz ein wesentliches Element der ausgestellten Arbeiten dar und findet in virtueller Form auch in Videoinstallationen Verwendung.

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Art protects you
"shopstop"
mit Mariele Bergmann , Stefan Hann , Sven Ittermann , Vanessa Karré, Elke Mohr , Edouard Ropars, Annette Ruenzler , Axel Schmidt , Barbara Sturm , Silke Wittenberg

1.-30.8.2003
Text

Cash-and-Carry
shopstop hinterfragt die Mechanismen der Vermarktung, die Verheißungen einer Welt käuflicher Wünsche. Sie thematisiert zugleich die Notwendigkeit, dass auch die künstlerische Produktion diesen Mechanismen unterliegt.

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Art protects you
"mann o meta – real"
Heiko Bressnik

27.6.-17.7.2003

Cash-and-Carry
shopstop hinterfragt die Mechanismen der Vermarktung, die Verheißungen einer Welt käuflicher Wünsche. Sie thematisiert zugleich die Notwendigkeit, dass auch die künstlerische Produktion diesen Mechanismen unterliegt.

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Art protects you
"dyptichs"
Matthew Burbidge

9.5.-1.6.2003

Cash-and-Carry
shopstop hinterfragt die Mechanismen der Vermarktung, die Verheißungen einer Welt käuflicher Wünsche. Sie thematisiert zugleich die Notwendigkeit, dass auch die künstlerische Produktion diesen Mechanismen unterliegt.

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Art protects you
Matthias Hornung
28.3.-27.4.2003

Cash-and-Carry
shopstop hinterfragt die Mechanismen der Vermarktung, die Verheißungen einer Welt käuflicher Wünsche. Sie thematisiert zugleich die Notwendigkeit, dass auch die künstlerische Produktion diesen Mechanismen unterliegt.